Zwischen Himmel und Erde
Ein mobiler Hochseilgarten zu Gast im Kirchenraum
Gesellschaft verändert sich. Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute normal. Diese Veränderungen treffen uns auch. Es treten mehr und mehr Menschen aus der Kirche aus, Kirchengebäude müssen wegen der geringer werdenden Gläubigen schließen. Auch kirchliche Jugendverbände kämpfen mit der zunehmenden Ablehnung der Institution Kirche.
Was bedeutet das für uns?
Die Aufgabe der Kirche ist, die frohe Botschaft des Evangeliums weiterzugeben, besonders den Kindern und Jugendlichen. Wollen wir weiterhin allen Menschen die Botschaft Christi vermitteln, so müssen wir zur Vermittlung dieser an Jugendliche neue Wege gehen. Die traditionelle Methode war vielleicht für uns die richtige, das heißt aber nicht, dass sie für alle anderen ebenso die richtige ist. Deswegen möchten wir mit den traditionellen christlichen Werten und unserem Glauben im Gepäck einen neuen Weg wagen, um Jugendliche für die Botschaft Jesu Christi zu begeistern. Wir versuchen die Distanz zwischen der Jugend und Evangelium zu überwinden und durch unser Angebot eine kreative Antwort zu finden.
Unter dem Namen „Zwischen Himmel und Erde“ wird zwischen September und November deshalb ein jugendpastorales Projekt der besonderen Art in der Kirche St. Nikolaus zu Gast sein. In dieser Zeit wird das mobile Hochseilgarten-Projekt der Katholischen Kinder und Jugendarbeit im Bistum Essen in Stoppenberg aufgebaut.
Mit dem Projekt, das durch die Städte des Ruhrbistums wandert, wurden in Oberhausen (Jugendkirche TABGHA), Gelsenkirchen (Philipp-Neri-Zentrum/ Liebfrauenkirche) und Bochum (Lichtblick/ Heimkehrer-Dankeskirche) bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch einige Gruppen aus unserer Pfarrei haben bereits ihre Erfahrung „Zwischen Himmel und Erde“ gemacht. Wir freuen uns darüber, es nun auch den Essener Jugendlichen anbieten zu können. Es bietet die einmalige Möglichkeit, handfestes Erleben mit spirituellen Erfahrungen zu vereinen. Das erlebnispädagogische Klettern, das gerade den Jugendlichen sicherlich viel Spaß macht ist somit nur ein Teil des Programms. In spirituellen Impulsen werden die Erfahrungen im Hochseilgarten in Bezug zum eigenen Leben und zu Gott gesetzt. Der Hochseilgarten wird daher auch bewusst in Kirchen aufgestellt. Die Raumerfahrung und die Wirkung des Kirchenraumes können hier unmittelbar in die positive Erfahrung einfließen. Die Jugendlichen können die Erfahrung machen, dass sie gehalten werden, Vertrauen zu Anderen haben können und dass auch sie selbst Anderen eine Hilfe sein können. Sie erleben möglicherweise, dass sie in der Gruppe über sich hinauswachsen und lernen eigene Grenzen kennen. Diese Erfahrungen können das Leben der Jugendlichen bereichern.
Das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ spricht vorwiegend Gruppen (Messdienergruppen, Jugendverbände, Firmbewerber, Konfirmanden, Schülergruppen, Sportvereine) aus dem gesamten Stadtgebiet an. Zu bestimmten Zeiten werden aber auch offene Termine für einzelne Besucher angeboten. Die Maße der Traversenkonstruktion sind: 8 Meter lang, 5 Meter breit und 10 Meter hoch. Das Gerüst ist freistehend und selbst tragend. Für den Aufbau sind keine baulichen Veränderungen notwendig. Nach Ablauf des Einsatzes wird die Kirche, um ein einmaliges Erlebnis reicher, ihr gewohntes Bild zurück erhalten.
„Zwischen Himmel und Erde“ bietet die Möglichkeit, dass unsere Kirche gerade auch anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 die Offenheit und Nähe zur jugendlichen Lebenswelt zeigt, die viele junge Menschen heute oft vermissen. Gerade jetzt erwartet die Kirche, die an der Kulturlinie 107 liegt und als einzige Jugendstilkirche des Ruhrgebiets in verschiedenen Kulturführern der Stadt erwähnt wird, viele Touristen. Während der offenen Kletterangebote, wenn die Kirche den Besuchern zur Verfügung steht, erleben die Touristen so eine ganz besondere und erlebnisreiche Art von christlichem Glauben, die in Erinnerung bleiben wird. Nebenbei ergibt sich für die Pfarrei der Vorteil, dass sie kein weiteres Personal für die Betreuung der Kirche während der Öffnungszeiten bereitstellen muss. Die Christuszentriertheit der Kirche wird nicht nur gewahrt, da der Blick nach vorne während des Aktionszeitraums zwar verändert wird, aber frei bleibt, sondern im Hochseilgarten auf besondere Weise erfahrbar. Ein besonderer Reiz wird sicher sein den Kreuzweg vom Hochseilgarten aus Aug in Aug ansehen zu können - auch für langjährige Kirchgänger. Das Himmelblau der Decke, der dunkle Boden, die brauen Bänke und der Bezug zum Bergbau (Nähe zur Zeche Zollverein, der Barbara-Altar, die Bodenfliesen im Altarraum) bieten besondere Ausgangspunkte für Erfahrungen „Zwischen Himmel und Erde“.
Genauere Informationen stehen auf diesem Flyer oder auch auf dieser Homepage!
